| Aachener
Zeitung - Aachener Nachrichten - 12.06.2005 19:55 |
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| Glückliche Kombination: Das „Raschèr Saxophone Quartet“ und der Aachener Kammerchor unter der Leitung von Martin te Laak bestritten das Auftaktkonzert zum Klassik-Sommerfestival auf Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg. Foto: Wolfgang Sevenich |
| Zauberklänge von vier Saxophonen | ||
Von unserem Mitarbeiter Joachim Peters |
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| Würselen.
Kann sich der Klang von vier Saxophonen so vermischen, dass man meint,
einem Streichquartett, einem Orgelkonzert oder einer Cembalo-Fuge zu
lauschen? Ja, er kann, wie jetzt zum Auftakt des Klassik-Sommerfestivals auf der Burg Wilhelmstein. Das international besetzte «Raschèr Saxophone Quartet» mit Christine Rall (Sopran-Saxophon), Elliot Riley (Alt), Bruce Weinberger (Tenor) und Kenneth Coon (Bariton) machte solch exzellente Hörerlebnisse möglich. Das Ensemble setzt eine Tradition fort, die in den 30er Jahren von Sigurd Raschér, dem Pionier des klassischen Saxophons, begonnen wurde. Bei der Interpretation von drei Contrapuncti aus der «Kunst der Fuge» von Bach leuchtete die dem Ensemble nachgerühmte homogene Tonqualität und beflügelnde musikalische Aura in voller Schönheit auf. Annähernd sinfonische Klangwelten erlebten die Besucher beim Konzert für Saxophon-Quartett von Philip Glass. Einen kongenialen Vokalpartner hatte das «Raschèr-Quartett» an diesem trotz äußerer Kühle erwärmenden Abend im Aachener Kammerchor unter der Leitung von Martin te Laak aus Musikstudenten und hochmotivierten Laien. Grenzenlos europäisch Ihr in Artikulation präzises und Intonation perfektes A-cappella-Repertoire ist «Zeitlos» (so das Motto des Konzertes) und auch grenzenlos-europäisch: von den «Sechs Liedern im Freien zu singen» von Mendelssohn-Bartholdy nach Goethe-Gedichten über weltliche Canzones von da Palestrina und Joseph Haydn vertonte Trinksprüchen bis hin zu Distlers Mörike-Gedichten. Herausragend: der spätromantische, lyrisch-impressionistische Naturlieder-Zyklus «Drei Kompoisitonen» des schwedischen Komponisten Wilhelm Stenhammer nach Gedichten des Dänen Jens Peter Jacobsen. Aachener Kammerchor und «Raschér-Quartett» sorgten zusammen dann noch für eine kleine Sensation: mit der Uraufführung der zwei Sätze für Saxophon-Quartett und zwölf(!)-stimmigen Chor aus der Feder des anwesenden 37-jährigen Komponisten Stefan Thomas. Ausgehend von zwei inspirierenden Textvorlagen der griechischen Vorsokratiker Heraklit und Parmenidis, bildeten Instrumentalisten und Sänger Zeitabläufe in musikalischer Form ab: archaisch, mythisch, auf- und abschwellend, bisweilen stark irritierend, aber bei aller ostinaten Länge nie langweilig. |
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